Logistik-Ratgeber

CO₂-Emissionen in der Logistik: Herausforderungen, Pflichten und Lösungen mit CarLo

Transport und Logistik sind für eine wachsende Wirtschaft unentbehrlich – tragen aber auch signifikant zum weltweiten Ausstoß von Treibhausgasen bei. Das World Economic Forum (WEF) gibt in Übereinstimmung mit dem Climate Portal an, dass 11 % der weltweiten Treibhausgasemissionen direkt auf logistische Prozesse zurückzuführen sind. Die Dekarbonisierung der Logistik ist keine ferne Zukunftsvision mehr: Der Gesetzgeber macht Druck, und gleichzeitig bietet ein geringerer CO₂-Fußabdruck echte wirtschaftliche Chancen durch effizientere Prozesse und niedrigeren Treibstoffverbrauch.

Das Wichtigste auf einen Blick

11 % der globalen Treibhausgasemissionen stammen aus der Logistik (WEF).
Die EU will bis 2050 klimaneutral sein; CSRD verpflichtet Unternehmen ab 250 Mitarbeitenden oder 50 Mio. € Umsatz zur Nachhaltigkeitsberichterstattung.
CountEmissionsEU (verabschiedet November 2025) schreibt künftig eine einheitliche Berechnungsmethode für EU-weite Transportemissionen vor – basierend auf ISO 14083.
CarLo bietet zwei Wege zur CO₂-Berechnung: Schnittstelle zu pacemaker.ai und natives GLEC-Framework nach ISO 14083.
Das KI-Planungsradar in CarLo reduziert Leerfahrten und Kraftstoffverbrauch – und damit direkt die Emissionen.

Warum die Senkung von CO₂-Emissionen in der Logistik schwierig ist

Trotz wachsendem Druck gibt es handfeste Hindernisse, die eine schnelle Dekarbonisierung erschweren:

  • Infrastrukturdefizite: Die Ladeinfrastruktur für elektrisch betriebene LKWs ist noch nicht flächendeckend verfügbar, was den Umstieg auf Elektromobilität hemmt.
  • Hohe Investitionskosten: Fahrzeuge mit alternativen Antrieben erfordern erhebliche Investitionen, die besonders kleinere Logistikdienstleister belasten.
  • Reichweitenprobleme: Elektrische LKWs erreichen noch nicht die Reichweiten konventioneller Diesel-Fahrzeuge, was ihre Einsatzmöglichkeiten einschränkt.
  • Komplexe Lieferketten: Die Reduzierung von Emissionen erfordert Transparenz über die gesamte Logistikkette – bei internationalen Transporten mit vielen Beteiligten besonders schwierig.
  • Wirtschaftlicher Druck: Die Balance zwischen Kosteneffizienz und Klimaschutz zu finden, bleibt eine permanente Herausforderung in einer Branche mit engen Margen.

Klimaneutralität bis 2050: Wachsende gesetzliche Pflichten

Die EU hat sich das Ziel gesetzt, bis 2030 die Emissionen um 55 % zu senken und bis 2050 klimaneutral zu sein. Unternehmen ab 250 Mitarbeitenden oder 50 Mio. € Umsatz unterliegen der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) und sind zur Offenlegung von Nachhaltigkeits- und CO₂-Daten verpflichtet. Aber auch mittelständische Betriebe sind betroffen, wenn sie als Zulieferer oder Lieferkettenpartner eingebunden sind.

Neu hinzu kommt CountEmissionsEU: Die im November 2025 auf EU-Ebene verabschiedete Verordnung führt eine einheitliche Berechnungsmethode für Treibhausgasemissionen aus dem Personen- und Güterverkehr ein. Die Methodik baut auf dem ISO-14083-Standard auf und gilt künftig für alle Verkehrsträger – Straße, Schiene, See und Luft. Wer heute schon nach GLEC/ISO 14083 berechnet, ist damit gut vorbereitet.

CarLo als Unterstützung bei der CO₂-Dokumentation

Soloplan hat das TMS CarLo® gezielt darauf ausgerichtet, CO₂-Emissionen transparent zu erfassen, zu dokumentieren und auszuwerten. Die berechneten Daten lassen sich intern nutzen, in Angeboten und Rechnungen ausweisen und für die Erfüllung gesetzlicher Berichtspflichten verwenden. CarLo bietet dabei zwei Berechnungswege:

Option 1 – Schnittstelle zu pacemaker.ai: Tourdaten werden über eine integrierte Schnittstelle an den Software-Dienstleister pacemaker.ai (ehemals Waves) übermittelt. Die Sustainability Management Platform berechnet als SaaS-Lösung den Corporate Carbon Footprint für Scope 1 bis 3 sowie CSRD-Berichte in Echtzeit und spielt die Ergebnisse zurück in CarLo.

Option 2 – GLEC-Framework nach ISO 14083: CarLo enthält eine native Berechnung auf Basis des GLEC-Frameworks, das als primäre Branchenmethodik zur Umsetzung von ISO 14083 gilt. Voraussetzung für korrekte Ergebnisse ist die sorgfältige Pflege der Fahrzeugdaten im Stammdatenbereich, da die hinterlegte Formel auf Fahrzeuggewicht und Dieselverbrauch zurückgreift.

GLEC-Berechnung: Von Kraftstoffverbrauch zu spezifischen Emissionswerten

Das GLEC-Framework – methodische Grundlage von ISO 14083 – berechnet Emissionen in klar definierten Schritten:

  1. Transport segmentieren: Die Tour wird in einzelne Abschnitte unterteilt, z. B. beladene Fahrt und Leerfahrt.
  2. Kraftstoffverbrauch pro Abschnitt ermitteln: Für beladenen und unbeladenen Zustand wird jeweils der streckenbezogene Kraftstoffverbrauch erfasst.
  3. Emissionen berechnen: Kraftstoffverbrauch je Abschnitt wird mit dem jeweiligen Emissionsfaktor multipliziert.
  4. Emissionen addieren: Alle Abschnittswerte werden zur Gesamtemission des Transports zusammengeführt.
  5. Auf Transportmenge verteilen: Die Gesamtemissionen werden auf die transportierte Gütermenge aufgeteilt (z. B. pro Tonne).
  6. Transportleistung berechnen: Transportierte Menge × Strecke der beladenen Fahrt ergibt die Transportleistung.
  7. Spezifischen Emissionswert ermitteln: Gesamtemissionen geteilt durch Transportleistung ergibt den Emissionswert pro Transporteinheit und Streckeneinheit.

Das Ergebnis liefert Spediteuren vor allem Transparenz über Kosten und Effizienz: Ineffiziente Touren, Leerfahrten und schlechte Auslastung werden sichtbar und gezielt optimiert. Gleichzeitig verbessert sich die Angebotskalkulation, entstehen Wettbewerbsvorteile bei Kunden mit Nachhaltigkeitsanforderungen, und Unternehmen sind besser vorbereitet auf künftige Vorschriften wie CountEmissionsEU.

Das KI-Planungsradar: Leerkilometer aktiv reduzieren

Ein weiteres Werkzeug in CarLo zur direkten CO₂-Reduktion ist der KI-basierte Planungsradar. Es analysiert kontinuierlich Transportaufträge, Ressourcen und Rahmenbedingungen in Echtzeit – und unterstützt Disponenten aktiv bei der Entscheidungsfindung.

Die konkreten Auswirkungen auf den CO₂-Ausstoß:

  • Weniger Leerfahrten: Das System identifiziert passende Anschlussladungen und kombiniert bestehende Aufträge so, dass Fahrzeuge möglichst ausgelastet sind. Weniger Fahrten bedeuten unmittelbar geringere Emissionen.
  • Effizientere Routen- und Tourenplanung: Durch die intelligente Verknüpfung von Sendungen entstehen kürzere Strecken mit geringerer Gesamtfahrleistung – somit wird weniger Kraftstoff verbraucht und weniger CO₂ ausgestoßen.

Alle diese Funktionen in CarLo wirken direkt oder indirekt auf den Kraftstoffverbrauch ein – und damit auf die CO₂-Emissionen. Das Programm ist ein zentraler Baustein, um Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit in der Logistik zu verbinden.

PRO Tipps: CO₂-Management in der Praxis

  • Stammdaten aktuell halten: Fahrzeuggewicht und Dieselverbrauch müssen im CarLo-Stammdatenbereich gepflegt sein, damit die GLEC-Berechnung korrekte Werte liefert.
  • Beide Berechnungswege kennen: Je nach Berichtsanforderung (einfache Emissionsdokumentation vs. vollständige CSRD-Berichte) ist entweder die native GLEC-Berechnung oder die pacemaker.ai-Schnittstelle besser geeignet.
  • Kundendaten nutzen: CO₂-Werte auf Angeboten und Rechnungen auszuweisen schafft Transparenz und ist bei Kunden mit Nachhaltigkeitsanforderungen ein echter Wettbewerbsvorteil.
  • Planungsradar aktiv einsetzen: Der KI-Planungsradar entfaltet seinen vollen Nutzen nur, wenn Disponenten die Vorschläge des Systems regelmäßig prüfen und umsetzen.
  • CountEmissionsEU im Blick behalten: Die neue EU-Verordnung (November 2025) macht ISO-14083-konforme Berechnungen künftig verbindlicher. Wer jetzt einrichtet, hat später weniger Anpassungsaufwand.

Fazit

CO₂-Reduktion in der Logistik ist keine isolierte Öko-Maßnahme – sie ist wirtschaftlich sinnvoll und wird durch CSRD, CountEmissionsEU und den Druck von Lieferkettenpartnern zunehmend zur Pflicht. CarLo bietet mit der integrierten GLEC/ISO-14083-Berechnung, der pacemaker.ai-Schnittstelle und dem KI-Planungsradar konkrete Werkzeuge, um Emissionen zu messen, zu dokumentieren und aktiv zu senken.

FAQ – Häufige Fragen zu CO₂-Berechnung und Logistik

Was ist das GLEC-Framework?

Das GLEC-Framework (Global Logistics Emissions Council) ist die führende Branchenmethodik zur Berechnung und Berichterstattung von Treibhausgasemissionen in der Logistik. Es bildete die methodische Grundlage für die ISO 14083, den internationalen Standard zur Treibhausgasbilanzierung von Transportketten, der die veraltete EN 16258 ablöst.

Was ist ISO 14083 und warum ist sie relevant?

ISO 14083 ist der internationale Standard zur Quantifizierung und Berichterstattung von Treibhausgasemissionen für Transportketten. Er gilt für alle Verkehrsträger (Straße, Schiene, See, Luft) und ist die Basis für CountEmissionsEU. Wer heute nach ISO 14083 dokumentiert, erfüllt künftige EU-Anforderungen.

Was ist CountEmissionsEU?

CountEmissionsEU ist eine im November 2025 auf EU-Ebene verabschiedete Verordnung, die eine einheitliche Berechnungsmethode für Treibhausgasemissionen aus dem Personen- und Güterverkehr einführt. Sie baut auf ISO 14083 auf und macht vergleichbare, auditierbare Emissionsdaten zur Grundlage für Berichte und Ausschreibungen.

Für wen gilt die CSRD?

Die CSRD gilt zunächst für Unternehmen ab 250 Mitarbeitenden oder 50 Mio. € Umsatz. Mittelständische Unternehmen sind indirekt betroffen, wenn sie als Zulieferer oder Lieferkettenpartner großer Unternehmen tätig sind.

Wie hilft CarLo bei der CSRD-Erfüllung?

CarLo unterstützt über die Schnittstelle zu pacemaker.ai bei der Erstellung von CSRD-konformen Berichten für Scope 1 bis 3 in Echtzeit. Die GLEC/ISO-14083-konforme Emissionsberechnung liefert die nötige Datenbasis für prüfbare Nachhaltigkeitsdokumentationen.

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