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Europalette

Die Europalette ist ein Lademittel aus Holz, welches unter genauen Bestimmungen der European Pallet Association (EPAL) mit den Maßen 1200 mm x 800 mm x 144 mm hergestellt, getauscht und gehandelt wird. Die Tragfähigkeit einer Europalette beträgt durchschnittlich 1.500 kg. Der eigentliche Name für die Europalette ist Europoolpalette – und zwar, weil sie aus einem Pool an Paletten entnommen und eingetauscht wird. Entstanden ist die Europalette aus dem Bedarf nach einer standardisierten Möglichkeit für den Transport von Waren, ohne diese umzupacken oder unnötig viel Platz zu verbrauchen.

Eine Europalette wird unter strengen Qualitätsrichtlinien hergestellt und muss einige Kriterien erfüllen. Sie wiegt ca. 20-30 kg (je nach Feuchtigkeit und Alter) und es sind insgesamt exakt neun Klötze, elf Bretter und 78 Nägel verbaut. Zudem sind die eingesetzten Holzarten streng festgelegt. Gekennzeichnet ist ein Original immer mit dem oval geformten EPAL-Brandzeichen links und rechts.

Eine Europalette ist für optimales Handling mit dem Gabelstapler von allen vier Seiten unterfahrbar. Aufgrund der standardisierten Maße sind Europaletten sehr gut für den LKW-Transport geeignet, denn in den Laderaum von ca. 2,40 passen exakt 2 Paletten quer oder 3 Paletten längs. Auch die Maße von Containern und Hochregalen orientieren sich an den Europaletten-Maßen. In der Seefracht gelten zwar amerikanische Palettenmaße, allerdings gibt es spezielle Binnencontainer die auf die Maße der Europalette ausgerichtet sind.

Was macht die Europalette so besonders?

EPAL Europaletten sind für gewöhnlich als Mehrwegpalette in Gebrauch. Im Gegensatz zu den nicht tauschfähigen Einwegpaletten sind Europaletten von einheitlicher, höherer Qualität und besitzen eine längere Lebensdauer. Ein Palettentausch ist allerdings nicht als Standard innerhalb der EU in allen Ländern üblich.

Beim Tauschsystem liefert man eine beladene Palette an und erhält im Gegenzug eine ungeladene Palette zurück. Bei dem Tausch muss die Europalette wiederum den Qualitätskriterien entsprechen und als neu, neuwertig oder gebraucht gelten. Beschädigte Europaletten sind nicht mehr tauschfähig und dürfen nur von der EPAL lizensierten Unternehmen repariert werden. Der Vorteil dieses Tauschpools – sowohl Absender als auch Empfänger sparen sich die Kosten, neue Paletten zu kaufen oder unnötig viele Paletten auf Lager zu haben.

Der Palettentausch ist allerdings nicht zwingend nötig, je nach Vereinbarung der Geschäftspartner. Eine andere Option ist der Kauf der Europaletten durch den Empfänger. Dies ist dann in Auftragsvergabe und Frachtpapieren so festgelegt und die übernommenen Europaletten werden auf den Frachtpapieren quittiert und abgerechnet. Alternativ hierzu arbeitet die Logistikbranche meist mit sogenannten Paletten-Kontos. Hierbei werden über einen definierten Zeitraum die gelieferten und erhaltenen Europaletten auf ein Konto geschrieben und am Ende des Zeitraums abgerechnet.