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Der Kunde weiß Bescheid

Mit der Installation einer integrierten Telematik-/Speditionslösung hat die Richard Lawson AutoLogistik GmbH einen Weg gefunden, ihren Kundenzeitnah Lieferinformationen zu übermitteln.

 

Fahrzeugtransporte haben Tradition in der Richard Lawson Auto Logistik GmbH, Stadthagen. Das Geschäft hat sich in den letzten Jahren deutlich gewandelt. Heute wird von dem Dienstleistereine Leistungspalette gefordert,welche weit über die reine Fahrzeugauslieferung an Händler und Leasingunternehmen hinausgeht. Die Kunden wollen in Real-Time über die Anlieferzeiten der Autos und auch im Nachhinein zu Kontrollzwecken über die Details einer Auslieferung informiert werden. Dies funktioniert nur, wenn ein zuverlässiges Netz zwischen den Herstellern, dem Handel und den Dienstleistern verfügbar ist, in welches auch die Fahrzeugflotten per Telematik eingebunden sind. Diese Technik gewinnt zusätzlich noch an Bedeutung, je mehr technische Dienstleistungen erbracht werden. An den Logistikstandorten der Richard Lawson Gruppe werden die Fahrzeuge vor der Auslieferung an den Handel endgereinigt und entkonserviert. Es werden Abnahmeinspektionen durchgeführt und Zusatzkomponenten wie Autoradios, Telefonfreisprechanlagen, Standheizungen und sonstiges Zubehör eingebaut. Für die Leasing- und Mietflotten kann das komplette Abnahmeprozedere übernommen werden. Lawson beschäftigt allein für diese Services 300 Techniker in Deutschland.

Schnellere Informationsübetragung
Die steigenden Anforderungen seitens der Hersteller und des Handels bezüglich der exakten, zeitnahen Übermittlung der Ablieferzeiten einerseits und die technologisch veraltete Infrastruktur an den 12 deutschen Standorten andererseits veranlassten Richard Lawson im Jahre 2000 über eine Neukonzeption der internen Strukturen sowie der Geschäftsprozesse nachzudenken. Auf Basis einer Analyse der internen Abläufe wurde ein Lastenheft erstellt, welches sowohl die Ablaufprozesse als auch die technologischen Bedingungen für die neue Struktur festlegte. Die Randparameter dafür lauteten: Weniger Papier, bessere Statistiken, Schaffung eines einheitlichen Dispositionssystems, bessere Auslastung der Fahrzeuge mit Rückladungen und eine elektronische Kommunikationsbasis mit dem Fahrer während der Fahrt. Eine weitere Grundbedingung war seitens der Konzernzentrale gegeben: Die technische Plattform musste Windows-NT mit Oracle-Datenbank sein, weil die gesamten Office-Applikationen unter Microsoft-Bedingungen laufen. Mit anderen Worten, es sollte ein System installiert werden, welches auf einer einheitlichen Bedieneroberfläche sämtliche Funktionalitäten ohne Medienbrüche integrieren sollte.

Verbindung zwischen Systemen
Damit war klar: die Richard Lawson Auto Logistik brauchte eine Lösung, welche die Verbindung zwischen der Speditionssoftware und den Telematik-Diensten sicherstellte. Die Entscheidung fiel nach einem relativ kurzen Auswahlprozess für die Kombination Fleet Server von der Euro Telematik AG, Ulm, und der Lösung Car-Lo der Soloplan GmbH, Kempten. Insgesamt sind an den Lawson-Standorten heute 180 PCs installiert, auf 40 läuft – zentral verwaltet – die Lösung CarLo mit integrierter Flottenkommunikation. Das firmeninterne Netzwerk ist via TCP/IPProtokoll über ISDN bzw. ATM-Leitungen verbunden. Für die CarLo-Anwendungen gibt es wegen der einfacheren Wartungsbedingungen einen Server, der wiederum mit dem Fleetserver verbunden ist. Dieser Fleetserver übernimmt die Funktionalität eines Kommunikationsservers zu einem bei Vodafone eingerichteten SMS-Center, welches den gesamten Kommunikationsfluss zwischen den dezentral organisierten Dispositionsarbeitsplätzen und den ca. 250 Spezial-Autotransportern auf Basis des SMSProtokolls steuert. "Das SMS-Protokoll ist flächendeckend in Europa verfügbar, die Netzabdeckung ist inzwischen sehr gut und die Kommunikation zwischen Fahrzeug und Zentrale kann über dieses Protokoll kostengünstig abgewickelt werden", begründet Claus Müller-Haude, Head of IT Continental Europe, die Entscheidung für das SMS-Protokoll.

Fahrer kann drucken
In den Fahrzeugen sind Bordcomputer bestehend aus einem 11-zeiligen Display und einem Drucker installiert, um die Aufträge gut lesbar und ausdruckbar darstellen zu können. Der Ausdruck ist hilfreich, wenn der Fahrer keine Möglichkeit hat, Ladepapiere (Lieferscheine) zu übernehmen. In diesen Fällen musste der Fahrer bisher den Lieferschein manuell schreiben, was sehr zeitaufwändig und fehleranfällig war. Die Kommunikation läuft über das GSM-Netz, die Ortung der Fahrzeuge über GPS. Früher erfolgte die Kommunikation zwischen Zentrale und Fahrer über Mobiltelefon und in Papierform. Jetzt werden die kompletten Daten der Tour mit allen Be- und Entladestellen auf dem Display im Führerhaus angezeigt. Die Bedienung wurde für den Fahrer so einfach wie möglich gestaltet. Im Normalfall muss der Fahrer lediglich den Empfang eines Auftrages bestätigen und nach Ausführung per Knopfdruck die Ablieferzeit übermitteln. Sollte es ein Problem in Form einer Beschädigung eines transportierten Pkw geben, so kann der Fahrer zusätzlich einen Hinweis an die Zentrale senden.

Kein Schnittstellenbruch
sind beim Datenaustausch der europäischen Automobilhersteller verschiedene Ein weiteres Kriterium für die Entscheidung für Euro Telematik und Soloplan war die Tatsache, dass die beiden Partner auf eine hochintegrative Lösung verweisen können, die nicht über eine Datei-, sondern über eine Programmschnittstelle realisiert ist. Einige der Sourcen des Fleetservers sind direkt in das Programm von Car-Lo einkompiliert. Damit entfällt die gesamte Problematik des Schnittstellenbruchs bei Releasewechseln oder Programmerweiterungen. Ein besonderes Argument für die Soloplan-Lösung war auch die Tatsache, dass ein Kartenwerk mit einem Entfernungswerk vorhanden ist, welches dem Disponenten eine Transport und Wegeoptimierung ermöglicht. AußerdemStandards, Quasi-Standards und proprietäre Systeme, im Einsatz. EDIFACT und EDI, VDA oder XML – ca. 35 unterschiedliche Formate werden innerhalb von Lawson verarbeitet und mit dem System Car-Lo ausgetauscht. Der ideale Ablauf sieht nun wie folgt aus: Der Hersteller schickt per DFÜ Aufträge an Lawson, die bei Lawson automatisch im System Car-Lo dem zuständigen Disponenten angezeigt werden. Der Disponent bildet per Drag & Drop eine neue Tour für einen bestimmten Lkw und schickt per Knopfdruck alle Tourdaten an den Lkw. Der Fahrer bestätigt den Empfang der neuen Tour, fährt die Beladestelle an und belädt den Lkw anhand der im Cockpit ausgedruckten Ladeliste. Zusätzlich druckt der Fahrer im Cockpit einen Lieferschein zur späteren Übergabe an den Händler aus. Er liefert die Fahrzeuge beim Händler aus und sendet die Ablieferbestätigung an die Zentrale, von wo aus sie sofort per DFÜ an den Hersteller geschickt wird. Bei Eintreffen der Ablieferbestätigung wird die Tour im Programm CarLo automatisch als erledigt markiert und die Transport-Rechnung kann gedruckt werden. Die Abrechnungsdaten werden daraufhin von CarLo an die Finanzbuchhaltungssoftware übergeben. Konrad Kurz ist Geschäftsführer bei der Richard Lawson Auto Logistik und hat das Projekt von der Startphase bis zur Implementierung begleitet. Für ihn hat sich die Entscheidung in zweierlei Hinsicht gelohnt. Einerseits wurden Forderungen des Handels und der Hersteller nach der exakten, zeitnahen Übermittlung der Ablieferzeiten mit Einführung des Komplettsystems optimal umgesetzt, andererseits konnte er Umsatz und Erlöse seines Unternehmens steigern. Sein Fernziel ist es, seinen Marktanteil auf 20% zu erhöhen. Mit der von seinem Team erarbeiteten Lösung sieht er sich auf dem besten Wege. Es hat sich bereits so bewährt, dass in naher Zukunft auch die anderen europäischen Länder mit dieser Komplettlösung ausgestattet werden sollen.

 

in: Logistik Heute 1-2/2003

Bericht Wallenius downloaden

Logistik_heute_Der_Kunde_weiss_Bescheid.pdf

Der Kunde weiß Bescheid

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